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Der Börsenmelange zum ersten Advent mit Gregor Rosinger im Interview

Hallo Herr Rosinger, erzählen Sie in wenigen Sätzen meinen Lesern über sich und die Aktivitäten der Rosinger Group?

Rosinger: Die Rosinger Group ist ein langjährig etablierter Industrie- und Finanzkonzern. Als Finanzkonzern sind wir langjähriger Partner der Wiener Börse und sind als Capital Market Coach und Direct Funding Partner akkreditiert. Für den an der Wiener Börse notierten „Rosinger Index“ (ROSGIX) ist unser Konzernunternehmen PRIVATE EQUITY Rosinger Anlagentechnik GmbH & Co KG sowohl Indexträger als auch Indexadministrator.

Als Industriekonzern sind wir vor allem in Unternehmen des Industriebereiches sowie der industriellen Wertschöpfungskette investiert. Unser Fokus liegt insbesondere auf nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen z.B. in der Energietechnik bzw. des Anlagenbaus. Unsere Beteiligungen sind teilweise kontrollierende Mehrheiten, teilweise auch Minderheits-beteiligungen.

Ich persönlich stamme aus einer Börsianer- und Investorendynastie mit industriellem Background und bin seit 1985 als Industrieller und professioneller Investor erfolgreich aktiv, man könnte also sagen, dass das was ich mache in meiner DNA liegt.


Was ist der Unterschied wenn Sie als Industrieller bzw. Investor tätig werden?


Rosinger: Industrieller und Investor sind fast Synonyme, der Übergang ist fließend, es gibt nur einen kleinen Unterschied in der Herangehensweise.

Als Industrieller agiere ich in den Firmen, wo das Produkt- und Leistungsportfolio das Handeln vorgibt und sich die Leistungserstellungsprozesse, Investitionen, usw. danach zu richten haben, dass das Produkt und Leistungsportfolio optimal angeboten werden kann.

Als Investor agiere ich dann, wenn für mich die vorhandenen Ressourcen einer Firma oder eines Standortes das gegebene sind und ich versuche, das maximal mögliche daraus zu machen und die Produkt- und Leistungspalette zur Disposition steht.

Ein typisches Beispiel meiner Investorentätigkeit war, als meine Gattin und ich 1993 ein ehemaliges Panzerwerk übernommen haben und in eine Maschinen- und Anlagenbaufirma umstrukturiert haben. Hätten wir damals als Industrielle agiert, hätten wir die ursprüngliche Produktpalette nicht ändern dürfen, sondern Optimierungsmaßnahmen am Maschinenpark setzen müssen oder ähnliches.


Nach welchen Kriterien entscheiden Sie ob Sie ein Unternehmen kaufen oder sich daran beteiligen?

Rosinger: Das ist eine sehr komplexe Frage, weil einer Investmententscheidung immer ein langer Prüfungsprozess vorausgeht, in dem das Unternehmen gründlich durchleuchtet wird. Drei Investmentkriterien sind für mich dabei aber besonders entscheidend. Diese sind der Branchenfokus, die Eigenkapitalquote und das Wachstumspotenzial des Unternehmens.


Warum sind genau diese 3 Investmentkriterien für Sie so wichtig, was sind die Hintergründe?

Rosinger: Um in ein Unternehmen zu investieren und dieses erfolgreich zum Börsenlisting zu begleiten, wird von mir ein bestimmter Branchenfokus vorausgesetzt, denn es ist mir sehr wichtig das Geschäftsmodell zu verstehen, um mein industrielles Knowhow mit einbringen zu können.

Darüber hinaus muss die Bilanz stimmen, wobei hier die Eigenkapitalquote eine zentrale Rolle spielt. Eigenkapitalstarke Unternehmen bilden eine gute Basis für den Ausbau des Geschäftsmodells bzw. weitere Wachstumsschritte und sind auch beim Eintreten von unerwarteten negativen Ereignissen krisenresistenter, das konnte man auch 2020 in den Zeiten der Lockdowns wiederum eindrucksvoll beobachten. Weiters zählt langfristiges Wachstumspotenzial zu meinem zentralen Investmentfaktoren. Vor allem in den Bereichen Klimaschutz, Digitalisierung, Energie und Agrarwirtschaft sehe ich für mich die Zukunft, weil es sich hier um längerfristige globale Megatrends handelt.


Sind Sie stolz auf Ihre 64 Börsengänge und welches Listing war Ihr spannendstes?


Rosinger: Natürlich bin ich stolz auf meine bisher 64 Börsengänge, es waren ja international sehr prominente Listings und IPOs darunter und mit 64 Börsengängen bin ich weltweit ganz vorne dabei in der „ewigen Bestenliste“. 64 ist für mich aber nur eine Zahl – auf mindestens 100 Börsengänge möchte ich in meiner Karriere schon kommen. Als besonders spannend finde ich immer die Listings, die noch nicht so lange zurückliegen, da ist die Erinnerung noch sehr frisch. Danke für Ihre Zeit und bis zum nächsten Börsenmelange mit Frau Brigitta Schwarzer, Geschäftsführerin der Inara Governance&Compliance und Vorständin der NET AG. Ihre FinancialRedHead