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Bösengulasch: Real Immo vs. Immoaktien - Immoblase?


Willkommen zum ersten Börsengulasch. Beim Format "Börsengulasch" handelt es sich um meine persönliche Einschätzung zu aktuellen Situationen die sich am aktuellen Wirtschafts- und Kapitalmarkt abspielen in diesem Fall zum Thema Real Immo vs. Immobilienaktien - Immoblase?


Vor und während Corona ist und wird viel gebaut, seien es Eigentumswohnungen, Reihen-, Doppel- oder Einzelhäuser, Bürogebäude – den jungen Menschen wird suggeriert sich Häuser in die Prärie zu bauen um sich den klassischen Traum der Mittelschicht zu realisieren – Häuser zu Preisen, die sie als Privatpersonen die nächsten 30-40Jahre abzahlen dürfen, um später festzustellen, dass sie viel zu viel bezahlt haben, zu einer Zeit in der die Immobilienblase am Selbstverbrauchermarkt schon ersichtlich gewesen sein musste. Den „älteren“ Generationen wird das Geld aus den Taschen geleiert mit Vorsorgewohnungen darunter auch Wohnungen mit diversen Vorzügen (mit Pflege), die jedoch aufgrund des offensichtlichen Benefits noch um ein Eck teurer sind – ob dies aber so gut angenommen werden wird bleibt fraglich, da die Menschen, die Hilfe benötigen lieber zu Hause gepflegt werden.

Doch nun Schluss mit der pessimistischen Rederei, denn wo des einen Leid dort des anderem Sieg – Die Entwickler, Bauträger und Baufirmen erleben derzeit wieder einen regelrechten Boom – nur man denke vorsichtig an 2007-2008. Gut, nun werden einige schreien, dass Fanny Mae und Freddie Mac nicht alleine wegen der Immobilienblase in US in Schieflage geraten sind, nur man möchte auch an die vielen Schicksale der Investoren, Kleinanleger und Häuslbauer denken…


Anno 2020 – Corona, ich weiß Sie können es nicht mehr hören, Lockdown, von heut auf morgen sollte alles digitalisiert werden, am besten gestern schon. Österreich sitzt in den Wohnungen fest – viele „brechen aus“, brechen die Lockdown-Beschränkungen. Der Wunsch nach dem stereotypischen Eigenheim sprich das Haus mit Garten wächst, der Trend des urbanen Livings feuert auch „Tinyhouse-Bauer“ an und beschert ihnen eine gute Nachfrage und Auftragsauslastung – vor allem unter dem Aspekt, dass uns das Homeoffice in manchen Branchen auf ewig bleiben wird.

Nur was macht man dann mit der Wiener Stadtwohnung? Zu welchem Preis kann man die aufwendig sanierte Wohnung mit Ausblick noch verkaufen, wo die Parkplätze vorm Haus in Begegnungs- oder auch Begrünungszonen gewandelt werden? Selbst wenn man kein eigenes Auto hat, sondern Carsharingdienste nutzt, sollte man es doch in der näheren Umgebung parken können. Tja, Sie haben die Möglichkeit diese zu den aktuellen überteuerten Preisen zu verkaufen – aber haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht, dass in Zeiten von Corona – in denen Jobs vieler Mittelschichtler wackeln – diese Preise nicht mehr von finanzieller Seite bedient werden können, und die, die interessiert sind, sich einen Immobilienstock aufzubauen mit kritischen Argusaugen nach Deutschland blicken, wo bereits Mietpreisbremsen in Großstädten wirksam eingeführt sind, und mal ehrlich – wer kauft sich eine 30-40% überteuerte Wohnung als Anlage?! Jetzt fragen Sie sich zu recht – wohin nun mit meinem Geld? Ich empfehle Ihnen natürlich nicht, auf Bestandsimmobilien zu verzichten, ein Schnäppchen am Immobilienmarkt, sei es aus Sicht des Privaten oder des gewerblichen Individuums, ist nicht auszuschlagen – diese werden Sie aber derzeit nur vereinzelt oder in abgewirtschafteten Gegenden finden, in denen Sie kaum mehr als 3% Rendite erwirtschaften. Die unter Ihnen, die mit eigenen Vermietungs- und Verpachtungsfirmen arbeiten, wissen dass 3% Rendite bei einer Immobilie nur zu Diskussionen mit dem Finanzamt führen, denn mit ein wenig Leerstand und/oder gelegentlich einem Mietnomaden als Mieter ist man sehr schnell steuerlich im Bereich der Liebhaberei. Eine gesunde Alternative oder als AddOn bieten sich Immobilienaktien von Unternehmen an, welche sowohl im österreichischen als auch am CEE Markt präsent sind. Der Grund warum ich Immobilienaktien als Alternative sehe, ist vor allem der Aspekt des gesunden Assetmixes aus Gewerbeimmos mit Dauermietverträgen und einem „Wohnungsmietmix“ in Großstädten. Ein weites nicht aus den Augen zu lassendes Thema ist das Veräußerungsrisikos des Privaten, welcher mit seiner kleinen Vermietung- und Verpachtungsfirma nicht so einfach wie Großunternehmen dieser Branche die Verluste oder den Mietentgang durch Leerstand abfedern kann - zu Deutsch: Immobilienfonds/Immobiliengesellschaften veräußern Teile ihres Bestandsportfolios nur in Pakete, welche durch z.B. Pensionskassen übernommen werden, die diese als „sichere“ Anlage gesehen werden. Darum bin ich der Meinung ein gutes Aktien-Portfolio sollte zumindest über einen Immowert verfügen.


Aber auch hier gilt: Die Börse beißt nicht, die Börse ist gut – aber nur zu demjenigen, der gut und ausführlich recherchiert und sich am Laufenden hält.


Achtung: bei diesem Artikel handelt es sich um meine persönliche Meinung und enthält keine Werbung/Produktplatzierung, sondern setzt sich aus meiner zweijährigen Erfahrung als Immobilienmaklerin und der mehr als zehnjährigen Erfahrung im Investmentbanking zusammen. Dies ist keine Aufforderung Aktien, Fonds, etc. zu kaufen. Bis zum nächsten Börsengulasch,

Ihre FinancialRedHead


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